Zana Ramadani: Die Schwäche des christlichen Mannes in der islamischen Wahrnehmung

Henryk Siemiradzki - Römische Orgie zur Zeit Cäsars (Wikimedia Commons/gemeinfrei)

Die feministische Publizistin Zana Ramadani stammt aus einer muslimischen Familie, wandte sich aber später vom Islam ab. Vor kurzem erschien ihr Buch “Die verschleierte Gefahr”, in dem sie “falsche Toleranz gegenüber dem Islam” in Deutschland kritisiert. Hier beschreibt sie zudem, dass viele Muslime christliche Männer als schwach und verweichlicht wahrnehmen würden.

Ramadani zufolge erzeuge diese Wahrnehmung bei Muslimen vor allem Verachtung:

„Vor allem junge Muslime in Deutschland nehmen Christen nicht ernst. […] Die Männer gelten als verweichlicht; sie repräsentieren nicht das, was arabische Machos unter ‚Mann sein‘ verstehen. Das ist ein Ergebnis ihrer Erziehung, die ihnen vermittelt: Respekt vor der Mutter, Respekt vor der guten, ehrbaren Frau, Respekt vor Älteren und anderen Männern ihres Schlages. Ungläubigen schuldet kein Muslim Respekt. Nicht den deutschen Männern, die – so der hämische Hinweis nach den Übergriffen in Köln – nicht in der Lage seien, ihre Frauen zu beschützen. […] Deutsche Männer sind Weicheier, das ist das Urteil vieler Muslime. Sie befinden sich in einer Art Sinnkrise, wissen die muslimischen Jungs, sie haben sich von den Frauen domestizieren lassen. Die deutschen Männer sind weibisch.“

Zwischen christlichen und nichtchristlichen Deutschen werde demnach durch Muslime kaum unterschieden, was die Wahrnehmung von Schwäche angeht.

Das Problem des islamischen Verständnisses von Ehre und Respekt

Ramadanis Beobachtungen entsprechen denen von kultur- und religionswissenschaftlichen Untersuchungen, die darauf hinweisen, dass „Respekt“ und „Ehre“ in islamisch-geprägten Kulturen vor allem die Folge der praktisch demonstrierten Fähigkeit zur Demütigung anderer und die entgegengebrachte Eingeschüchterheit sind. Als Schwäche gilt dabei oft auch kultiviertes und zurückhaltendes Verhalten.

Auf wahrgenommene Schwäche reagieren Personen islamischen Hintergrundes überproportional häufig mit demonstrativer Verachtung und Aggression, weil sich dadurch eine leichte Möglichkeit der Hebung des eigenen Status bzw. des Gewinns von „Respekt“ nach islamisch-geprägtem Verständnis ergibt. Die Demütigung der Opfer mit dem Ziel der Selbstbestätigung sei dementsprechend häufig das Motiv zur Verübung von Straftaten wie Raubüberfällen oder sexuellen Übergriffen muslimischer Täter gegen nichtmuslimische Opfer. Delikte dieser Art nahmen zuletzt in Deutschland im Zuge der unkontrollierten Zuwanderung von Muslimen seit 2015 deutlich zu.

Das christlich-abendländische Verständnis von Ehre und Stärke

Islamisch-geprägte Kulturen unterscheiden sich nicht nur in dieser Hinsicht stark von christlich-geprägter abendländischer Kultur, in der Ehre in Folge der Konfrontation mit Gefahren bei der Verfolgung eines moralischen Gutes entsteht und die Demütigung Schwächerer als Ausdruck von Feigheit gilt. Die Berufung des Mannes liegt nach christlichem Verständnis dabei darin, tauglich für diese Konfrontation zu werden und ein möglichst großes Maß an Ehre durch dienende Taten zu erlangen.

Moderne und postmoderne Konzepte lehnen diese traditionelle Vorstellung aus verschiedenen Gründen ab. Diese Konzepte sind auch in Teile des Christentums eingedrungen, wo sie einer Idealisierung von Schwäche geführt haben. Ein unnötig schwacher Mann kann jedoch den Anforderungen des christlichen Ethos des Dienstes am Nächsten und des Schutzes der Schwächeren nicht entsprechen.